11 Fragen an Carlos

Mit kontinuierlich erscheinenden Video-tutorials, allerhand News und Tipps zum Produzieren hat sich Carlos und seine Mitstreiter von delamar.de längst eine feste Fangemeinde erarbeitet. Grund genug für uns, mal genauer nachzufragen und ihn auszuquetschen…

1. Wer oder was ist eigentlich delamar.de und bedeutet „delamar“etwas oder ist das ein Kunstwort?
delamar – Sound, Music & Recording ist ein unabhängiges Online-Magazin für Musikproduktion und Homerecording, das täglich News und Neuheiten aus dem Musiksektor veröffentlicht. Auf unserer Webseite findet man eine Vielzahl an interessanten Artikeln, Tutorials, Videos und Workshops mit Tipps und Tricks für das Produzieren von Musik, die dem Besucher allesamt kostenlos zur Verfügung stehen.

Das Wort „delamar“ ist ein aus dem spanisch-sprachigen Raum stammender Nachname und bedeutet so viel wie „vom Meer“. Der Name lief mir irgendwann über den Weg und ich dachte mir, er sei durchaus als Markenname zu gebrauchen: Einfach zu merken und leicht zu tippen.

2. Seit wann gibt es denn delamar?
In seiner jetzigen Form gibt es delamar seit nicht ganz drei Jahren. Es begann als Blog, in dem ich einige Tipps, Tricks und Links veröffentlichte und ist seitdem zu dem gewachsen, was es heute ist: Eines der bestbesuchten, unabhängigen Online-Magazine im deutschsprachigen Raum.

3. Und wie kamst Du dazu, eine Seite wie delamar.de zu machen?
Als ich 2006 mit delamar anfing, gab es praktisch keine Informationen in deutscher Sprache rund um die Themen Homerecording und Musikproduktion im Internet. Oder zumindest habe ich diese nicht gefunden.

Klar gab es das ein oder andere Forum, in denen darüber gesprochen wurde. Aber gute Informationen in Foren sind wie die Nadel im Heuhaufen: nur sehr schwer zu finden. Und dann kommen ja noch die heiligen Kühe. Jedes Forum hat seine eigenen Charaktere, Moderatoren, Mythen und Legenden, an die es fest und geradezu religiös glaubt – und wehe man ist da anderer Meinung.

Also beschloss ich, eine Webseite ins Leben zu rufen, die einerseits gute Tipps für den Alltag in der Musikproduktion zur Verfügung stellt und andererseits durch die Verwendung deutscher Sprache ein Publikum anspricht, das sonst weitestgehend von den wirklich guten Informationen englischsprachiger Seiten ausgesperrt wurde.

Wie sich gezeigt hat, gibt es Bedarf an deutschsprachigen Artikeln und Tipps im Internet und so ist delamar seither stetig gewachsen und weiterentwickeln.

4. Du bietest Deinen Lesern ja immer wieder Video-Tutorials an. Mit welchem Equipment arbeitest Du?
Das Equipment variiert je nachdem, wo ich gerade bin. In meinem eigenen Tonstudio zu Hause nutze ich einen aus Einzelteilen zusammengesetzten und für Audio optimierten PC, seltenerweise auch mal meinem MacBook Pro. Als Audio Interface nutze ich eine FireFace 800 (sehr empfehlenswert übrigens, sehr gute Treiber). Die Mikrofonkiste gibt vom SM57 bis zum U87 alles her, was der geneigte Musiker für das Recording benötigt, und zum Abhören habe ich mir feine Nahfeldmonitore von dynaudio hingestellt.

In Sachen Software nutze ich vor allem Cubase 4, manchmal aber auch Ableton Live, und natürlich eine Hand voll ausgesuchter Plugins, wie die der UAD DSP Karte.

5. Und wie ist die Resonanz der Leser, respektive Zuschauer, auf die Tutorials?

delamar kommt im Allgemeinen sehr gut bei den Lesern und Zuschauern an, aber natürlich kann man es nicht allen recht machen und wir bekommen so viele Fragen, dass wir gar nicht mit der Produktion hinterher kommen. Die Video Tutorials werden sehr gerne besucht und wenn ich so die Kommentare und Emails betrachte, scheinen sie für die meisten Einsteiger und Fortgeschrittenen auch ganz nützlich und informativ zu sein.

Ich freue mich natürlich, wenn Webseiten und Blogs wie Deiner, die Videos und Tutorials verlinken und delamar damit auch neuen Besuchern näher bringen.

6. Dein Lieblingsthema auf delamar.de?
So ein richtiges Lieblingsthema auf delamar habe ich nicht. Oftmals schreibe ich über das, was mich gerade beschäftigt oder über das, was ich gerade neu gelernt habe. Im Übrigen sei hier auch angemerkt, dass ich delamar nicht mehr alleine mache. Es gibt einige sehr fleißige Autoren, die ihrerseits Artikel und Workshops veröffentlichen und wir sind bei delamar immer auf der Suche nach neuen Autoren und Impulsen. Wer also Interesse daran hat, an delamar mitzuwirken, kann sich bei mir melden.

Aber zurück zum Lieblingsthema. Da auf delamar auch viele junge Anfänger und Einsteiger mit begrenztem Budget unterwegs sind, möchten wir diesen natürlich nicht nur mit guten Artikeln und Tipps weiterhelfen, sondern versuchen einen weiteren Mehrwert in Form von Hinweisen auf kostenlose Tools, Software und Plugins zu bieten.

In Zusammenarbeit mit Quickaudio haben wir hier ja auch ein sehr nützliches PDF mit kostenlosen Tools erstellt, das einen guten Start für Recording-Einsteiger und Anfänger bietet.

7. Und das Deiner Leser?
Hui, das ist eine schwierige Frage. Wenn ich von der Anzahl der Kommentare ausgehe, dann sicherlich die umfangreiche Sammlung der besten kostenlosen VST Plugins.

Die Statistiktools, die wir verwenden, verraten uns aber, dass viele Artikel zur Musikproduktion oder zum Songwriting gerne gelesen werden, auch wenn diese weit weniger Kommentare aufweisen können.

Die beiden Themenbereiche Tutorials und Testberichte sind ebenfalls bei den häufig besuchten Seiten vorzufinden.

8. Produzierst Du auch selbst?
Na klar! Woher sollte ich auch sonst das Interesse und Fachwissen zum Thema haben? Ich mache seit fast zwanzig Jahren Musik und bin seit 1994 bei der computergestützten Musikproduktion dabei.

Damals habe ich noch mit einer Soundblaster AWE32 ( damals mit stattlichen 512kb RAM) und Cakewalk Lite, einem reinen MIDI-Sequencer, gearbeitet – naja, vielleicht eher gewuselt und gefrickelt. Not macht bekanntlicherweise erfinderisch, und so war es eine sehr lehrreiche Zeit.

9. Und hast Du einen Favoriten, mit dem Du Deine Musik produzierst, also Cubase, Logic oder Ableton etc.?
Cubase. In Logic war ich beim ersten Testen nicht einmal in der Lage, ein virtuelles Instrument richtig zu routen. Das Programm hat sich damals damit für mich direkt ins Aus manövriert. Ableton Live kann ein sehr nützliches Werkzeug sein, wenn man sich erst einmal mit der Oberfläche arrangiert hat und Loop-basierte Musik macht.

Um den Platzhirsch ProTools aus dem professionellen Bereich kommen ja die wenigsten in der Branche herum, also kann ich auch damit etwas umgehen.

Aber mein Favorit ist definitiv Cubase. Ich will damit nicht sagen, dass es der beste oder einzig wahre Sequencer ist. Aber nach all den Jahren mit Cubase wäre mir ein Umstieg einfach zu schwerfällig geworden.

10. Was ist für Dich die bahnbrechendste Entwicklung im Musiksektor der letzten Jahre?
Die rasanten Fortschritte in der Musikproduktion bzw. im Musiksektor haben viele atemberaubende Entwicklungen hervorgebracht. Da jetzt die Rosinen heraus zu picken ist sehr schwer.

Wenn ich aber mal nur das vergangene Jahr und meine Erfahrungen mit mäßig begabten Sängern und Rappern in der Vergangenheit betrachte, würde ich die Melodyne-Software bzw. dessen neue Technologie „Direct Note Access“ nennen. Die Software eignet sich hervorragend um den Audiospuren etwas mehr Sicherheit und Talent zu verpassen und mit der neuen Technologie kann man sogar einzelne Noten aus polyphonen Audiosignalen verändern. Wer hätte das für möglich gehalten?

11. Ein letzter Kommentar?
Vielen Dank für Dein Interesse an delamar und für die Möglichkeit, unser Online-Magazin Deinen Lesern vorstellen zu dürfen.

Ich hoffe Deine Leser nicht zu sehr gelangweilt zu haben 🙂 ?
Ich denke, eher das Gegenteil wird der Fall sein. Vielen Dank!


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