Die Sache mit dem Widerruf

Immer wieder stellen wir fest, dass Kunden nicht ausreichend über deren Widerrufs- bzw. Rückgabemöglichkeiten informiert sind. Gerade wenn man mal in Internetforen stöbert, findet man allerlei falsche oder halbwahre Informationen dazu. So las ich neulich erst wieder, dass man im Laden „natürlich auch ein 14-tägiges Widerrufsrecht“ hätte. Das ist definitiv falsch.

Kauf im Internet
Der Gesetzgeber regelt es eigentlich ganz klar. Erwirbt ein Endverbraucher mit Hilfe von Telekommunikationsmitteln ein Produkt (z.B. über einen Online-Shop), dann hat er grundsätzlich eine Widerrufsfrist von 14 Tagen. Manche Händler (so auch wir) bieten aus Kulanz gegenüber unseren Kunden sogar ein Rückgaberecht von einem Monat an.

Kauf im Laden
Ganz anders verhält es sich allerdings bei einem Kauf im Laden. Hier gibt es kein Widerrufsrecht! Auch wenn man immer wieder einmal etwas andere Aussagen im Internet dazu findet. Diese sind eindeutig falsch.

Wenn ein Händler bereit ist, gekaufte Ladenware zurückzunehmen, dann geschieht dies lediglich als Kulanzleistung. Ein Rechtsanspruch darauf gibt es jedoch nicht.

Privat ja – geschäftlich nein
Auch noch nicht so überall herumgesprochen hat sich offenbar, dass das Widerrufs- respektive Rückgaberecht nur für Endverbraucher gilt. Im Deutschen Recht gibt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) aus Gründen des Verbraucherschutzes dem privaten Kunden (Verbraucher) –  nicht dem Unternehmer – bei verschiedenen Vertragsarten ein Widerrufsrecht. Verbraucher ist gem. § 13 BGB jede natürliche Person, die ein Rechtsgeschäft zu einem Zwecke abschließt, der weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbständigen beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden kann.

Unternehmer ist gem. § 14 BGB eine natürliche oder juristische Person oder eine rechtsfähige Personengesellschaft, die bei Abschluss eines Rechtsgeschäfts in Ausübung ihrer gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit handelt.

Jupp…  Alles klar?


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Eine Antwort zu Die Sache mit dem Widerruf
  1. oliver sagt:

    hallo olaf,
    diese „wissenslücke“ kann ich auch bestätigen. in letzter konsequenz kann man sich in den allermeisten fällen eh nicht davor „drücken“ kulant zu sein. allerdings weisen wir dann schon freundlich darauf hin, dass das unter „service“ abgebucht werden kann. auch mir als kunden wurde dies noch nie verwehrt.

    schöne grüsse

    oliver