Fleißig, fleißig

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Der Eric aber war ein ganz Fleißiger. Er hat eine komplette Rezension (nicht verwechseln mit Rezession 😉 ) verfasst. Die möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Danke Eric – mehr davon. Achtung, jetzt kommt viel Text…

Rezension zum t.c. electronic C 300

t.c. electronic C300

Die Industrie hat uns in den letzten Jahren überhäuft mit Effektgeräten, mit Möglichkeiten professionell Sound zu erreichen; die Auswahl an Geräten ist gross…

Eines der wichtigsten Kriterien, live und im Studio ist Kompression. Viele Hersteller bieten Kompressoren in allen Preislagen an,. Was vor längerer Zeit nur den grossen Profi Bands möglich war ist seit geraumer Zeit auch für Musiker mit kleinem Budget möglich. Nicht zuletzt deswegen wird es immer wichtiger auf guten Sound zu achten, die Konkurrenz schläft nicht.

Kompression ist einer der wichtigsten Bestandteile guten professionellen Sound zu erreichen,.Oft aber, besonders bei Live Konzerten fehlt einfach die Zeit Attack, Release Ratio,Threshold, Outgain etc einzustellen.. Es ist anzunehmen das die Meisten wissen worum es sich hier handelt und bestimmt wissen auch Viele das die Attack und Release Zeiten eines Kompressors eigentlich sehr Wichtige, aber auch schwer, besonders wenn man nicht viel Kenntnis in der Materie Kompression hat, einzustellende Werte sind, bei Denen man grosse Fehler machen kann und sich der Sound bei falscher Einstellung verschlechtert anstatt verbessert. Selbst für hartgesottene Profi Toningeneure ist es oft eine zeitaufwendige Prozedur die Attack und Release Zeiten jedes einzelnen Kanals, Instruments oder Vocals einzustellen. Die normale Hektik beim Aufbau und Soundcheck vor dem Konzert ist hierbei natürlich auch nicht gerade hilfreich.

Attack und Release Zeiten im Kompressor sind weitgehend Programmabhängig. z.B. die Attack/Release Zeiten einer Bassdrum sind total anders als die einer Stimme, um einen krassen Gegensatz zu beschreiben. Gibt es die „ideale Einstellung“ von Attack u. Release für bestimmte Input Signale wiz z.B. Gitarre, Bass, Stimme etc. Diese Frage kann mit Ja und Nein beantwortet werden. Nein – weil solange man an einem Knopf oder Regler drehen kann ist es immer noch möglich etwas zu verändern. Ja – da es über Jahre getestete und bewährte Einstellungen von Attack und Release Zeiten für jedes Signal gibt, sei es Percussion, Gitarre, Bass, Bläser, Stimme etc.

Dies war auch der Firma TC electronic klar und man hat deshalb das TC C-300 entwickelt bei dem diese bewährten Einstellungen für Attack und Release Zeiten mit Hilfe der Presets für alle nur erdenklichen Input Signale schnell abgerufen werden können. Man kann wählen zwischen zB. Female/Male Vocals, Acoustic/Electric Guitar, Bass, Drums, Toms um nur Einige zu nennen…

Sehr interessant und hilfreich am C-300 ist die Composite (Comp) Einstellung. Diese Einstellung ist Multiband Kompression bei der das eingehende Signal in tiefe, mittlere und hohe Frequenzen unterteilt wird und jede dieser Frequenzen wird separat innerhalb des C300 bearbeitet. Das heisst man kann das C300 in die Main Outputs des Mischpults einschleifen ohne das man Angst haben muss die Kompression der Höhen, Mitten oder Basse löschen sich gegenseitig aus. Dies war bisher nur mit sehr grossem und teuerem Aufwand zu erreichen. Diese Einstellung am C300 kann man durchaus mit dem Mastering einer CD im Studio vergleichen. Multiband „Mastering“ beim Live Konzert, besser geht es nicht.

Neben dem hier erwähnten Wahlschalter befindet sich der Threshold Regler der bestimmt ab welcher Signalstärke das C300 einsetzen soll. Weiter geht“™s mit dem Ratio Regler, wie stark wollen Sie Ihre Kompression, hier kann Dies eingestellt werden. Bei starker Kompression wird natürlich das Eingangssignal etwas leiser, die kann aber mit dem nächsten Regler, Makeup, kompensiert werden. Mit dem nächsten, rechts daneben liegenden Regler hat sich die Firma TC grosses Erstaunen und Lob von vielen top professionellen Toningeneuren erarbeitet, der Mix Regler.
Mit diesem Regler kann man das durch das C300 bearbeitete Signal mit dem nicht bearbeiteten Signal mischen.
Dreht man diesen ganz nach rechts hört man das gesamte bearbeitet Signal und je weiter man diesen Regler nach links dreht kommt die Mischung des Bearbeiteten mit dem nicht bearbeiteten Signal zustande. Dreht man den Mix Regler ganz nach links ist das C300 in Bypass Mode, also so gut wie ausgeschaltet. In Mittelstellung (12 Uhr) hört man 50% des Original- und 50% des bearbeiteten Signal. Dies ist ein sehr interessantes Feature wenn Sie z.B. Ihr Signal stark durch Kompression beeinflussen wollen aber trotzdem noch die Dynamic des Originalsignals erhalten bleiben soll. Vielen Dank an TC electronic fürs mitdenken.

Ein TC C300 beinhaltet eigentlich vier Geräte in Einem. Warum – Das C300 ist ein Stereo Kompressor, Jede Seite L u R wird von TC als „Engine“ (Maschine) bezeichnet. Nicht nur ist jede der Engines ein Compressor (oder Limiter), nein auch kann jede der Engines auf Expander/Gate Funktion umgeschaltet werden. Dies wären also im Monobetrieb vier Effektgeräte in Einem.
Natürlich kann man nur zwei (Monobetrieb) zur gleichen Zeit nützen. Im Stereobetrieb kann z.B eine der Engines nach der Anderen, in Reihe, geschaltet werden. So kann man beispielsweise die Stimme eines Sängers/Sängerin mit Compression behandeln und zugleich die De-Esser Funktion nützen. Ja auch eine, nein sogar 2 De-Esser Funktionen sind in den Presets (Voreinstellungen) enthalten.

Auf der Rückseite des C300 befinden sich die üblichen analogen Inputs und Outputs für jede der beiden Engines. Auch Midi In und Midi Out sowie Digitale In/Out Cinch Anschlüsse sind vorhanden was es natürlich leicht macht das Gerät bei einer Studioproduktion einzusetzen. Hierbei sollte nochmal die „Composite“ Einstellung erwähnt werden die man beim Mastering einer CD sinvoll einsetzen kann.
Wichtig finde ich auch die Tatsache das man beim C300 kein externes Netzeil benotigt, der Netzanschluss ist im Gerät integriert via der üblichen 3 poligen Anschlüsse. Wer hasst es nicht flimsige Netzeile mit dünnen Kabeln auf der Bühne rumliegen zu haben.
Für USA Reisende, das C300 akzeptiert Netzanschluss von 100 bis 240 Volt. Es handelt sich hier eben um ein Profi Gerät.
Beim Live Einstatz ist es zu empfehlen das C300 via der Insert Points des Mixers einzuschleifen.

Des Gehäuse der Geräts macht eine stabilen Eindruck, wie man es eben qualitätsmässig von TC gewohnt ist. Es ist sofort zu erkennen das es sich hier nicht um Einsteigerware handelt. Erfreulich ist, das trotzdem das Gerät auch für weniger betuchte Musiker erschwinglich ist.
Auf der in silber gehaltenen Vorderseite sind die in schwarz und blau gehaltenen Beschreibungen, auch bei diffusem Licht gut abzulesen was natürlich dem Live Einsatz sehr zugute kommt.

Die beiliegende Bedienungsanleitung bezieht sich auf das Wesentliche und ist daher gut zu verstehen. Ich finde es gut das jedes der Presets in der Anleitung nochmal genau beschrieben ist.
Es gibt den Anschein als ob bei der Hestellung des C300 Musiker, Techniker und Toningeneure sehr gut zusammengearbeitet haben. Auch ist anzunehmen das TC hier Einiges von Ihrem „High End“ Studiogerät Finalizer96K geborgt hat. Man kann somit also mit dem C300 Studioqualität live auf die Bühne bringen.

Nicht Jeder und nicht jede Band, kann sich ein Profi Soundmann leisten. Viele mischen den Sound selbst von der Bühne aus. Wer kennt nicht das Problem, auch bei Sängern (Sängerinnen) mit guter Mikrofontechnik, die Leadvocals in den Gesamtsound einer Band „einzubetten“ Dreht man leiser, sind die Vocals zu leise, dreht man lauter, sind die Vocals zu laut.Obwohl ich seit ca 30 Jahren in dieser Sparte tätig bin fand ich es es mit dem C300 leichter als je zuvor (und vor allem schneller) die richtige Balance zwischen Musik und Gesang zu finden.
Sehr nützlich finde ich auch das „Acoustic Guitar“ preset. Egal ob die Gitarre soft und leise oder hart und laut, oder in einer Kombination von Beidem gespielt wird, dieses Preset ermöglicht es die Gitarre ohne viel Zeitaufwand angenehm in den Gesamtmix zu integrieren. Es würde zu lange dauern die Vorteile jedes Presets zu beschreiben, allerdings möchte ich noch auf die Drums Presets hinweisen die jeden Schlagzeug Kanal am Mixer sei es Kick, Snare, Toms, Becken oder Overheads leicht kontrollieren lassen da ja Percussion immer von einer guten und richtigen Kompressor Einstellung profitiert, besonders was Attack und Release Einstellungen betrifft die ja glücklicherweise bei den C300 Presets bereits, genau wie Sie sein sollen, vorgegeben sind.
Das Eingangssignal sowie die Stärke der Kompression kann an jeder der beiden Engines
mittels zwei LED Ketten abgelesen werden was wiederum die schnelle Einstellung des Geräts bei Live Konzerten erleichtert. Natürlich auch eine Overload LED ist vorhanden um vor zu hohen Input Signalen zu warnen.

Fazit
Es scheint die Firma TC hat sich bei der Creation des C300 um die Belange der Musiker gekümmert. Durch die Preset Vorwahl muss man nicht lange tüfteln die richtige Einstellung zu erreichen, der/die Musiker/in kann sich um das Wesentliche, nämlich die Musik, kümmern ohne Abstriche in Soundqualität machen zu müssen.
Das C300 ist eine geniale Lösung um speziell bei Live Konzerten schnell und unkompliziert die richtige Kompression der einzelnen Kanäle, egal ob Instrument oder Vocals, oder auch
die der Stereo Gesamtsumme einzustellen. Es ist meine Meinung das man mit dem CD300 auch beim Live Einsatz schnell und relativ einfach an Studio Soundqualität herankommen kann.

Last not least, das Aussehen des C300, ich habe 4 davon in einem Rack, meine Freundin wird langsam eifersüchtig. Congratulations TC – well done!


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3 Antworten zu Fleißig, fleißig
  1. Pingback: Propellerheads Record / Reason Producers Conference / Multibandkompression / Lautere Mixe #13 | delamar.TV - Musik, Business, Musikproduktion & Homerecording

  2. U. sagt:

    … und wo gibs die TC C300 noch?
    Suche 1-2 Stück gebraucht.

  3. Hallo U.

    da wirst wohl sicher nur noch in den einschlägig bekannten Auktionsbörsen fündig werden…

    Best Wüsches
    Olaf