Wie im Film

Manchmal passieren Sachen, da könnte man glatt einen Film von drehen. Aber das glaubt einem dann keiner. Also lassen wir es einfach bei der Schilderung.

Im vorliegenden Fall hatte ein Kunde die Idee, ein hochwertiges Gerät zu kaufen. Im Zuge unserer Eröffnungsangebote das auch noch verbilligt. Statt 575,- Euro schrumpfte der Betrag auf 490,- Euro. Soweit so gut, Gerät wurde verschickt.

Rücksendung, die 1.
Einige Tage später dann die eMail, das Gerät wäre leider defekt und keine Neuware – die Tüten sind ja schon geöffnet. Unsere Antwort: Der deutsche Vertrieb prüft die Geräte und daher müssen die Tüten offen sein. Aber es ist absolute Neuware – Ehrenwort. Dass das Gerät aber defekt ist, das ist natürlich ärgerlich. Aber unkompliziert wie wir sind, wurde dem Kunden ein Neues zugesandt, das Defekte ging gleich an den Hersteller zurück.

Rücksendung, die 2.
Daraufhin kam wieder eine eMail:

Gerade eben habe ich das zweite Interface ausgepackt um es zu prüfen und bemerkt das die Fassung in die man das Netzteil steckt, gebrochen ist. Bei einem Gerät das so viel Geld kostet erwarte ich ein absolut fehlerfreie Lieferung der Sache.

Das gibt es doch gar nicht, schon das zweite defekte Gerät? Zumal wir mit diesem Hersteller noch NIE irgendwelchen Ärger in dieser Art hatten. Tja, irgendwann ist immer das erste Mal. Also gleiches Prozedere: Es wurde dem Kunden ein Neues zugesandt, das Defekte ging gleich an den Hersteller zurück.

Rücksendung die 3.
Bevor wir nun ein drittes Mal ein Gerät an unseren Kunden schicken, begutachten wir das Teil selber, führen eine Sichtprüfung durch. Alles ist in Ordnung, alles sieht schick und neu aus. Na nun wird’s ja wohl klappen.

Da erreicht uns wieder eine eMail des Kunden:

Ich habe gerade das 3. Motu geöffnet und festgestellt das dies auf jeden Fall wieder keine Neuware ist. Es sind sichtbare Kratzer an der Oberfläche und man sieht deutlich die abgenutzten Schrauben, heißt das Gerät ist schon einmal geöffnet gewesen. Da es beim dritten Anlauf immer noch nicht geklappt hat (komme mir langsam verarscht vor) mir eine mangelfreie Ware zu liefern werd ich von meinem Recht gebrauch machen die Ware gegen das Geld zurück zu tauschen.

Ehrlich gesagt, komme eher ich mir verarscht veralbert vor. Denn als wir es in Augenschein genommen hatten, war da nichts zu sehen von „sichtbaren Kratzern“ und „abgenutzten Schrauben“.

Und heute nun die Krönung: Das Paket kommt zu uns zurück, unfrei. Also 12 Euro Strafporto für uns. Wäre es so viel verlangt gewesen, die 6,90 Porto zunächst zu bezahlen? Man erhält dies ja im Zuge der Rücküberweisung zurück.

Danke, das war’s
Lieber Nun-Nicht-Mehr-Kunde, für uns ist das Ganze sehr teuer geworden. Dreimal 5,- Euro Porto zum Kunden hin bezahlt, zweimal normales Rückporto über je 6,90 Euro und nun noch die 12,- Euro Strafporto für unfreie Rücksendung. Macht zusammen 12+5+5+5+6,9+6,9 = 40,80. Unsere Arbeitszeit, Telefonkosten etc. mal gar nicht mitgerechnet. Danke lieber Kunde, aber Dich wollen wir bitteschön nie wieder bei uns sehen.

Mal gugg’n?
Ach so, falls Sie, lieber Leser, sich gern einmal von den „sichtbaren Kratzern“ und „abgenutzten Schrauben“ überzeugen wollen, hier einige Fotos vom Gerät, wie es heute zurück kam. Sie werden deutlich die Kratzer und abgenutzten Schrauben sehen. Wenn nicht, dann sind Sie vielleicht genauso blind wie wir…


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4 Antworten zu Wie im Film
  1. Steve sagt:

    Mein Bruder hat auch ein Internetshop und kennt dies zur Genüge. Damit muss mann wohl leben und Besserung ist nicht in Sicht. Am Ende zahlt mann noch drauf…

  2. Olaf Berliner sagt:

    Hi Steve,

    ist in diesem Fall leider geschehen. Manchmal haben Kunden die Denke, ein Händler hat 50% Marge. Doch leider ist das nun mal nicht so.

    Liebe Grüße
    Olaf

  3. Stefan sagt:

    Hi Olaf,

    einen solchen Fall und ähnlich gelagerte hatte ich auch schon ein paar hier bei mir. Leider ist es so, das die Kunden (Es sind immer einzelne) wirklich meinen, man würde an den Artikel 50+X haben, und da ist es doch durchaus einmal drin, etwas so laufen zu lassen wie bei dir.

    Ich kann dich sehr sehr gut verstehen.

  4. Axel sagt:

    Hallo !
    Traurig aber war.
    Mir ist sowas ähnliches auch schon passiert.
    Ich lieferte einem Käufer aus Ästerreich einen Aquarienfilter für 99,99 Euro. Nach ca. einer Woche kam eine e-Mail mit dem Hinweis das der Filter nur klappert aber kein Wasser fördert.
    Antwort von mir:
    Haben Sie die Bedienungsanleitung gelesen und den Filter entsprechend zusammengebaut ?
    Kundenantwort: Ja
    Na gut dachte ich mir, Rücknahme und Neuversand.
    Als die zweite Sendung beim Kunden eingetroffen ist, kam natürlich wieder eine e-Mail mit nur den Worten:
    Klappert zwar nicht, aber der Pumpenkopf ist nicht Neu.
    Meine Antwort:
    Ware ist Neu und wurde von mir persönlich auf dessen Funktion geprüft in einem mit klarem Wasser befüllten Aquarium.
    Dies teilte ich dem Kunden sogar 2x per Mail mit, natürlich vorab. Da aber keine Reaktion kam schickte ich die Ware los.
    Reaktion des Kunden:
    Mir steht ein Rückgaberecht zu und davon mache ich Gebrauch.
    Er war aber wenigstens so NOBEL und hat die Versandkosten erst mal ausgelegt. Ich denke mal er hatte den Außenfilter woanders billiger gesehen und wollte ihn einfach nicht mehr.
    Eingebüst ist auch gehandelt.
    Gruß Axel